in memoriam: Gene Gendlin

Der "Vater" und "Großvater" des Focusing, Gene Gendlin, ist am 1.Mai 2017, im Alter von 90 Jahren, verstorben.

Das DAF (Deutsches Ausbildungsinstitut für Focusing und Focusing-Therapie) hat auf seiner Website eine Rubrik eingerichtet, wo man sich persönlich äußern kann zu der Bedeutung, die Gene für den eigenen beruflichen und persönlichen Lebensweg hat. >DAF-Website.

Und auch das internationale Focusing-Insitut in New York hat eine >"memorial site" für Gene Gendlin geschaltet.

Im Jahr 1977 hat "Experiencing and the Creation of Meaning" von Gene Gendlin mir meine Diplomarbeit (und mein Psychologie-Studium) gerettet. Und ich bin dankbar für die Gelegenheiten. wo ich ihn persönlich kennenlernen durfte. Seine Texte lesen sich nochmal anders, wenn ich ihn dabei in mir drin reden höre.

Im Rückblick auf die vergangenen 40 (!!) Jahre finde ich  unzählige große und kleine Belege dafür, wie der "richtige" nächste Schritt vom Körper impliziert wird und sich dann im Nachhinein als folgerichtig herausstellt. Gendlin nennt das in seiner eigenwilligen Sprache "order of carrying forward", von Johannes Wiltschko als "Fortsetzungsordnung" bezeichnet. Eine Folgerichtigkeit des Lebens, die man vorher meistens nicht erkennen kann - im Nachhinein dann aber zweifelsfrei an-erkennt, dass es genau so und nicht anders kommen musste, und dass man das doch auf irgendeine Weise (implizit) anscheinend gewusst hat, obwohl man es (explizit) nicht wusste.

Ich glaube, dass es noch immer unterschätzt wird, wie sehr frisches, kreatives Denken und unmittelbares körperliches Empfinden eine Einheit sind. Denken - i.S. David Bohms - als "thinking" und nicht als "thoughting" (nach-denken von schon Gedachtem). Und körperliches Empfinden als bewusstes Erleben des Körpers in einer Situation, wobei die Situation im Körper und der Körper in der Situation ist (Gendlin). Machmal kommt es mir so vor, wie wenn der Körper die Situation ist und die Situation ist der Körper... hm.

 

 

 

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