Active Hope – Tiefenökologie

Active Hope – dem Chaos standhalten ohne verrückt zu werden

Tiefenökologisches Seminar  mit Gunter Hamburger, Assistenz Susanne Zimmer, Organisation Andrea Hunkeler – ich unterstütze diese wertvolle Arbeit sehr gern!

19. – 21. 02. 2021 in Heidelberg

“Active Hope ist kein Wunschdenken.
Active Hope ist nicht das Warten auf Rettung durch einen Erlöser.
Active Hope ist das Erwachen für die Schönheit der Welt,
für deren Bewahrung wir etwas tun können.
Wir gehören zu dieser Welt, das Netz des Lebens ruft uns herbei…
Active Hope ist die Bereitschaft, Stärken in uns und anderen zu entdecken,
die Bereitschaft, Gründe für Hoffnung und Gelegenheiten zum Lieben zu entdecken.
Die Bereitschaft, die Größe und Stärke unserer Herzen zu weiten,

unseren Scharfsinn und unsere Zielstrebigkeit,
unsere eigene Autorität, unsere Liebe zum Leben, 
die Lebhaftigkeit unserer Neugier,
den unerwartet tiefen Brunnen von Geduld und Sorgfalt,
die Wachheit unserer Sinne und unseren Mut.
Nichts davon geschieht aus dem Lehnstuhl heraus oder ohne Risiko.
(nach Joanna Macy, Chris Johnstone, „Hoffnung durch Handeln“)

Unser Wissen um die zerstörerischen Prozesse, denen alles Leben auf der Erde ausgesetzt ist, ist umfassend. Und es ist nicht lebensfördernd, sich davon abzuwenden, auch wenn es noch so schmerzlich ist. Es ist wichtig, das was geschieht, sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen –  wie z.B. Klimachaos, Artensterben, Ressourcenausbeutung, Atommüllendlagersuche, Hunger, Armut, Flüchtlinge … und jetzt eine unsichtbare, schleichende Bedrohung für menschliches Leben: Covid-19, die uns Selbstisolation auferlegt und unsere Beziehungsmuster durcheinander bringt. Das alles wissen wir. Doch wie steht es um unsere emotionalen Reaktionen auf diese „Angriffe“ auf das Leben? Wo finden wir Möglichkeiten diese so auszudrücken, dass wir daraus Mut und Kraft zum Handeln schöpfen – unsere Verzweiflung, Ängste, Trauer, Wut bis hin zu unseren Träumen von einem gelingenden Leben? Die Tiefenökologie oder „Active Hope“ setzt hier an: Unsere alten Handlungskonzepte des „weiter so wie bisher“ sind untauglich für die Gestaltung unseres zukünftigen Lebens. Wenn wir unsere Wahrnehmung und unsere Herzen jedoch nicht abwenden, können wir erkennen, dass wir Teil von Lebensprozessen sind, die weit über unser persönliches Dasein hinausreichen, dass wir eingebettet sind in das Netzwerk des Lebens, Teil einer lebendigen Erde und genau an jener Erkenntnis setzt unsere Arbeit an.

Active Hope ist eine Praxis, die Joanna Macy in ihrer Arbeit „The Work That Reconnects“ (ein Beziehungsprozess, der uns wechselseitig verbindet) als Spirale beschreibt. Dabei erfordert dieses „Hoffen durch Handeln“ keinerlei Optimismus. Der leitende Impetus ist unsere Absicht. Wir wählen, was wir herbeiführen, wofür wir uns einsetzen oder was wir ausdrücken wollen – wie z.B. die Aktivist*innen von Fridays for Future, von Extinction Rebellion, die „Black Lives Matter“-Bewegung und alle jene, die sich gegen die allgegenwärtige Zerstörung des Lebens engagieren.

Wir wissen nicht, wie die Geschichte weitergeht, wir fragen nicht danach, wie „erfolgreich“ wir mit unserem Tun sein werden. Erfolg ist ein Begriff des alten Weltbildes. Wir handeln wie selbstverständlich aus unserer Intuition heraus, weil wir als „Teil der Erde“ fühlen, was unserem größeren „Weltkörper“ – unserem sogenannten „Ökologischen Selbst“ – dienlich ist. Die Unsicherheit, dass es eventuell „zu spät“ sein kann, ist ein Kennzeichen unserer Situation. Doch Unsicherheit hilft uns, ganz präsent zu werden, unseren Blick zu schärfen, unsere Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und mit unserem Mut entschlossen Schritt für Schritt weiter zu gehen. Dafür benötigen wir Widerstands- und Anpassungsfähigkeit. Mit gruppendynamischen Übungen, anderen Formen von Gruppenarbeit und kurzen theoretischen Inputs wie Joanna Macy sie in ihren Büchern beschreibt, möchten wir diese Fähigkeiten stärken – damit wir lebendig bleiben und unsere Liebe zur Schönheit unserer Welt und aller Mit-Geschöpfe bewahren und erneuern können.

Literatur:
Joanna Macy, Chris Johnstone: Hoffnung durch Handeln, Junfermann 2014
Joanna Macy, Molly Brown: Für das Leben! – ohne Warum, Junfermann 2017

Termin: Freitag, 19.02.2021, 19 Uhr – Sonntag, 21.02.2021, 14 Uhr
Kosten:  180 Euro (Normalpreis), 150 Euro (ermäßigter Preis für Menschen mit geringem Einkommen) 210 Euro (Sponsorpreis zur Finanzierung eines ermäßigten Platzes)

Ort: Yoga-Zentrum Heidelberg, Bergheimer Str. 125, 69115 Heidelberg (>>Website)

TN: Max. 15 Personen (Selbstverpflegung) 

Anmeldeschluss spätestens 06.02.2021

Die Kontonummer zur Überweisung deiner Seminargebühr teilen wir dir nach deiner Anmeldung mit. Nach Eingang deiner Gebühr ist deine Anmeldung gültig und Du bekommst dann eine Bestätigung

Info und Anmeldung: bei Andreas    oder über die Website des  >> Holon-Instituts

 

 

 

Joanna Macy.

Siehe dazu auch den Aufsatz

“Focusing for Future” von Marc Schmuziger und mir (>> PDF)